Wann kann Zeitarbeit produktive Unterstützung sein?
Aus offiziellen Statistiken geht hervor, dass etwa 2,5% der heutigen Erwerbstätigen Personen sind, die in zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen stehen. Noch vor zehn Jahren betrug diese Zahl etwa 1%.
Aber nicht nur die Anzahl der Zeitarbeitskräfte ist in den letzten zehn Jahren sprunghaft angestiegen, sondern es handelt sich heutzutage auch um eine vollständig andere Art von Arbeitskräften. Berufstätige mit hohen Qualifikationen stehen heute als Zeitarbeitskräfte, entweder selbständig oder über Agenturen, zur Verfügung.
Beinahe jede Position - vom einfachen Datatypisten bis zum Fachmanager - kann nunmehr über ein zeitlich befristetes Arbeitsverhältnis besetzt werden. Heutzutage arbeiten selbst Wissenschaftler auf Zeitbasis, und diese revolutionäre Verfügbarkeit ist ein unglaublicher Gewinn für die Unternehmen, die sich während der Produktentwicklung oder angesichts von Veränderungen am Markt als flexibel erweisen müssen. Ebenso hat sich der Grund, warum eine Zeitarbeitskraft eingestellt wird, im Laufe der Zeit verändert - sie ist mittlerweile kein kurzfristiger Lückenbüßer mehr, sondern integraler Bestandteil der Erwerbswelt von heute.
Erweist sich eine unbefristete Anstellung als Fehlgriff, hat der Arbeitgeber gewöhnlich eine beträchtliche Summe für die Personalsuche in den Sand gesetzt, die Produktivität und die Leistung des Angestellten sind beeinträchtigt, und in manchen Fällen leidet sogar die Moral der gesamten Abteilung. Wegen dieser möglichen Auswirkungen "probieren" manche Unternehmen Arbeitskräfte gern zunächst aus und machen erst in einem zweiten Schritt ein Angebot für eine unbefristete Einstellung. In einer derartigen Situation stellen befristete Arbeitsverhältnisse die Lösung der Wahl dar.
Für unzählige Organisationen ergibt sich durch die Anwerbung von Zeitarbeitskräften eine Vielzahl von Vorzügen. Der augenscheinlichste Vorteil liegt in der Tatsache, dass man die Gesamtlohnausgaben verringern kann, indem man Arbeitskräfte erst dann einstellt, wenn man sie wirklich braucht. Unternehmen wie etwa Hotels, Restaurants und Unterhaltungsbetriebe sind die offensichtlichsten Beispiele, jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Heutzutage sind Zeitarbeitskräfte in Buchhaltung, Personalabteilung, Marketing, Logistik, Verwaltung und in zahlreichen anderen Bereichen vertreten - Unternehmen beinahe aller Branchen greifen zum eigenen Vorteil auf Zeitarbeitskräfte zurück.
Will man derartige Arbeitskräfte aber optimal nutzen, bedarf es entsprechender Planung. Ein Entscheidungsträger des gehobenen Führungssegments muss im Voraus abschätzen, wann zusätzliche Hilfe notwendig ist, wie viele Personen gebraucht werden und welche Arbeitskraft auf welcher Ebene gesucht wird.
Zu dieser Berechnung gehört ebenfalls die Entscheidung, wie viel zusätzliche Arbeit das reguläre Personal übernehmen und welches Arbeitspensum eine Zeitarbeitskraft bewältigen kann.
Darüber hinaus spielt auch die Fortbildung eine Rolle. In der idealen Ausgangssituation ist es von Vorteil, wenn man bürospezifische oder routinemäßige Fähigkeiten, die eine Zeitarbeitskraft ohne große Schulungsmaßnahmen erledigen kann, festlegt.
Obwohl heutzutage soviel mehr Zeitarbeitskräfte in Unternehmen tätig sind, verlautet seitens mancher HR-Experten, dass viele Manager diese flexible Arbeitskraft nicht so effizient nutzen, wie dies möglich wäre. Einige wichtige Tipps, mit deren Hilfe man eine Zeitarbeitkraft besser nutzen kann, sind etwa:
1. Setzen Sie Ihre regulären Mitarbeiter möglichst produktiv ein: Entlasten Sie Ihre erfahrenen Mitarbeiter, indem Sie für zeitraubende Tätigkeiten Zeitpersonal einsetzen. Belasten Sie die Produktivität Ihrer Spitzenkräfte nicht mit Tätigkeiten, die ebenso gut von einer zusätzlichen Zeitarbeitskraft erledigt werden könnten, insbesondere dann nicht, wenn Ihre Mitarbeiter in dieser Tätigkeit nicht besonders versiert sind. Beispiel: eine in der Dateneingabe erfahrene Kraft kann eine Arbeit in der halben Zeit erledigen, und Ihre Mitarbeiter können sich Aufgaben widmen, die für Ihr Geschäft wirklich profitabel sind.
2. Allzu häufig wird die Zeitarbeitskraft lediglich als "Handlanger" betrachtet, der die weniger wichtigen Arbeiten übernimmt. Zeitarbeitskräfte können aber für Spezialistenaufgaben in kurzfristigen Projekten eingesetzt werden und sogar Projektgruppen leiten. In vielen Fällen bringen diese Arbeitskräfte Fähigkeiten mit, die in Ihrem regulären Team noch fehlen. Sie können für eine feste Frist eingestellt werden und nach Projektende wieder aus dem Untenehmen ausscheiden.
3. Zeitarbeitskräfte können die Antwort der Wahl für administrative und fachliche Hilfestellung sein. Zahlreiche Zeitarbeitskräfte bieten kosteneffiziente fachliche Unterstützung in der Umsetzung von Verfahren und Systemen, erstellen Datenbanken, planen Verwaltungsabläufe oder Projekte.
