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„Socialising“ nach der Arbeit – die richtige Balance finden

Ein kleines Bier nach der Arbeit? Das Kennenlernen von Arbeitskollegen ist an sich harmlos. Manchmal aber kann es zu Problemen führen, vor denen sich die Belegschaft in Acht nehmen muss. Von seinem Chef gesagt zu bekommen, mit den Kollegen auszugehen und sich einen Drink zu genehmigen - für manche Menschen klingt das wahrscheinlich wie ein Traum. Doch nicht immer ist die gesamte Belegschaft für derartige Vorschläge zu begeistern. Viele, denen in einem Mitarbeitergespräch empfohlen wurde, sich um mehr Sozialkontakte zu den Kollegen zu bemühen, halten die Idee des Chefs eher für einen Alptraum.

Die Mitarbeiter der Personalabteilung sollten in derartigen Fällen mit den Managern reden und überprüfen, dass diese sich an die Normen der Organisation halten. Eine Aufforderung der Geschäftsleitung, sich mehr ins Team zu integrieren und Kontakte zu knüpfen, ist nichts Ungewöhnliches. Sie ist aber durchaus zweifelhaft. Arbeitnehmer, die sich selbst als sozial integriert und kontaktfreudig verstehen, könnten es dem Management übel nehmen, wenn über ihre Zeit nach der Arbeit verfügt wird. In einigen Fällen haben Manager ihren Angestellten gesagt, dass es der Karriere schadet, wenn sie keine sozialen Kontakte mit ihren Kollegen am Arbeitsplatz pflegen. Ob das nun richtig ist oder nicht: Gemeinschaftliches Verhalten und Einfluss hängen in vielen Situationen voneinander ab. In vielen Positionen reicht es nicht, einfach nur gut im Job zu sein. Der Mitarbeiter soll nicht nur anstehende Aufgaben korrekt erledigen. Er soll unter den Kollegen als vertrauenswürdig gelten. Einige Manager halten die Fähigkeit zum gemeinschaftlichen Verhalten auf halboffizieller Ebene für besonders wichtig, weil sie die Zusammengehörigkeit eines Teams stärkt.

Vor diesem Hintergrund können Manager auch gemeinschaftliches Verhalten und Sozialkontakte in der Personalbeurteilung berücksichtigen. Aus Sozialkontakten können aber auch schnell Probleme entstehen - zum Beispiel wenn Alkohol ins Spiel kommt. Unter Alkoholeinfluss vermehrt auftretenden Ausrutscher sind nur ein Problem mit Alkohol am Arbeitsplatz. Überstunden, sinkende Arbeitsplatzgarantien, mehr Arbeit und damit verbundener Stress haben allerdings dazu geführt, dass weniger mit den Arbeitskollegen gefeiert wird. Juristen machen darauf aufmerksam, dass sich dieser Wandel teilweise auf die Angst vor Prozessen zurückführen lässt. Einige Arbeitsrechtler halten Verhaltensseminare für verantwortungsvolles Verhalten im Management für sinnvoll.

Derartige Seminare zeigen sehr deutlich die rechtlichen Probleme von Alkohol am Arbeitsplatz; dabei geht es nicht nur um Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer sondern auch um sexuelle Belästigung. Bei vielen Fällen von Belästigung ist Alkohol im Spiel. Abgesehen von der rechtlichen Seite ist in den meisten Unternehmen der Grad der Professionalität gestiegen. Dieser Wandel hat dazu geführt, dass während oder nach der Arbeit weniger bis gar nicht getrunken wird. Auch bei Verkaufsgesprächen und Geschäftsessen ist dies zu bemerken. Anstatt ausgedehnte Meetings anzusetzen, wird auf Entscheidungen gedrängt. Nach einer Umfrage gehen etwa 56 % der Europäer im Laufe von mehreren Wochen mindestens einmal mit Kollegen aus. Etwa 7 % der europäischen Arbeitnehmer treffen sich an diversen Abenden der Woche nach Feierabend mit ihren Kollegen.

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