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Finanzcontroller gegen Marketingexperte

Es ist allseits bekannt, dass die Männer vom Mars und die Frauen vom Planeten Venus kommen. Doch was müssen das für gegensätzliche Planeten gewesen sein, von denen die Finanzcontroller und die Marketingexperten gefallen sind? Und was kann die Unternehmensleitung tun, damit die beiden harmonisch zusammenarbeiten?

Seit ewigen Zeiten setzen Unternehmen auf einen ausgewiesenen Erbsenzähler, der die vorhandenen Ressourcen akribisch aufteilt. Wo wäre die Geschäftswelt heute ohne diese Sorgfalt? Das Rechnungswesen ist heute ein sehr geschätztes Berufsfeld mit vielen spezialisierten Unterdisziplinen. Der Finanzvorstand oder Chief Financial Officer hat in allen Bereichen großen Einfluss und liebt die Strukturen eines gut kalkulierten Budgets und einer soliden Gewinn- und Verlustrechnung.

Im Gegensatz dazu der Marketingexperte. Der Marketer empfindet eine unendliche Leidenschaft für das Produkt und den Markt. Innovationen und großartige Ideen sind für ihn die eindrucksvollsten Schmuckstücke. Die Kosten haben da nur untergeordnete Bedeutung. Genau darin liegt das Konfliktpotenzial zwischen den beiden. Es ist besonders stark in unserem Zeitalter fortgesetzten technischen Wandels und ständiger Innovationen. Der Finanzcontroller schüttelt kontinuierlich verbesserte Methoden zur Messung und Überwachung von Kosten und Erträgen aus dem Ärmel und der Marketingexperte kennt immer attraktivere Möglichkeiten, um den Markt gefügig zu machen. Aufmerksame Führungskräfte sollten sich darum bemühen, die konkurrierenden Kräfte im Finanzwesen und im Marketing zu führen. Es gilt, gegenseitigen Respekt zu schaffen für den wichtigen Beitrag, den die jeweilige Funktion zum Erfolg des Unternehmens leistet.

Der erste Schritt besteht darin, beide zu einer Zusammenarbeit im Budgetprozess zu bewegen. Die Marketer müssen verstehen lernen, dass der Finanzcontroller nicht da ist, um ihnen den Spaß zu verderben. Budgets sind eine Tatsache. Mit einem gut kalkulierten Budget lebt es sich leichter, als mit einem achtlos zusammengewürfelten Potpourri. Finanzplanung ist eine Fähigkeit. Eine Fähigkeit, an der die Finanzcontroller klugerweise ihre Kollegen aus dem Marketing teilhaben lassen sollten. Es ist wichtig, das Marketingexperten die finanziellen Zusammenhänge verstehen, dass Sie sehen, wie sich eine Budgeterhöhung auf das gesamte Unternehmen auswirkt. Fehlkalkulationen in ihrem eigenen Budget haben vielleicht keine Konsequenzen. Doch Budgetfehler in der gesamten Geschäftsleitung können katastrophal sein. Die Unternehmensleitung muss sicherstellen, dass auch das Marketing mit am Finanztisch sitzt.

Verstehen die Marketingexperten die größeren finanziellen Zusammenhänge, dann können sie auch verantwortlicher mit dem Budget umgehen. Das Internet ist ein virtueller Süßwarenladen, in dem der neueste angesagte Viral gut und gerne mehr als 20.000 € kosten kann. Der Marketingexperte muss dazu in der Lage sein, die Kosteneffizienz aller Kanäle im Marketingmix abzuwägen. Wird der teure Viral die Marke tatsächlich nachhaltig stärken? Finanzcontroller wiederum müssen ein Gespür für die verschiedenen, von den Marketingexperten eingesetzten Marketingtools entwickeln. Zu einer wirkungsvollen Kampagne braucht es heutzutage mehr, als die traditionellen Medienströme. Innovatives und langfristig wirksames Marketing z. B. kommt nicht ohne Internet aus. Und das kostet nun mal Geld.

Wenn sie den Produktlebenszyklus verstehen, entwickeln Finanzcontroller auch ein besseres Verständnis für das Ausgabenverhalten der Marketingexperten. Ein neues Produkt ist ganz begierig darauf, in die Medien zu kommen. Für ein etabliertes oder ein   rückläufiges Produkt sind weit weniger Medienausgaben und Werbemaßnahmen erforderlich. Indem Finanzwesen und Marketing ihr Wissen austauschen und sich als gegenseitige Berater verstehen, können sie zu einander respektierenden Verbündeten werden. Oder zumindest ihre erbitterte Feindschaft aufgeben.

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