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Die zunehmende Konkurrenz unter den Talenten

Die weltweit agierende Management-Beratungsfirma Novations weist darauf hin, dass es für Arbeitgeber zunehmend schwieriger ist, junge Mitarbeiter zu verstehen bzw. zu motivieren. Die jüngsten Arbeitnehmer seien dabei besonders demotiviert. Novations zufolge betrachten Manager die Motivation dieser "young  professionals" als die zurzeit wichtigste Herausforderung.
Dass jüngere Arbeitnehmer andere Werte und Ziele als ältere Kollegen besitzen, sehen viele als das Hauptursache für diese Entwicklung an.
Neuere Mitarbeiter - und zwar die unter 30-jährigen - lehnen anscheinend die vorhandenen Unternehmenssysteme ab und halten nur wenig von lebenslangen Karrieren, ganz zu schweigen von Loyalität. Top-Manager scheinen die Werte und Ideen jüngerer Arbeitnehmer nicht zu verstehen. Auch traditionelle Beweggründe wie Geld oder Macht haben unter jüngeren Arbeitnehmern deutlich an Bedeutung verloren.
Bestimmte Verhaltensweisen seien heutzutage typisch für jüngere Mitarbeiter. Bei den ersten Anzeichen von Schwierigkeiten wechseln sie teilweise die Arbeitsstelle und streben eher nach persönlichem Glück und nicht nach persönlicher Hingabe - schon gar nicht, wenn diese Hingabe den Interessen des Unternehmens dienen soll. Für Arbeitgeber und vor allem für das Management ist es schwer, zu akzeptieren, dass jüngere Generationen ihre Arbeitsstelle im Unternehmen nicht als ihre Erfüllung betrachten. Eine Arbeitsstelle ist für sie entbehrlich.
Novations zufolge besteht eine der wichtigsten Erkenntnisse für Unternehmen darin, zu verstehen, dass Manager meist einer älteren Generation angehören und jüngere Beschäftigte ihre Kinder sein könnten.
Mehr als 15 Prozent der Beschäftigten sind heute jünger als 25 und drei Fünftel sind jünger als 45 Jahre alt; aber geburtenstarke Jahrgänge dominieren im Top-Management. Dieses Gefälle stellt kein geringfügiges Problem dar. Sollte sich das Management dieser Herausforderung nicht in gebührender Weise stellen, kann der Generationenkonflikt den Zusammenhalt im Unternehmen sowie die Arbeitsleistung beeinträchtigen.
Das Management hat zu berücksichtigen, dass die Ansichten vieler jüngerer Arbeitnehmer in den oft negativen Erfahrungen ihrer Eltern begründet sind. Viele sahen, wie ihre Eltern von Unternehmen zuerst ausgenutzt und dann einfach entlassen wurden. Jüngere Generationen wurden der wirtschaftlichen und emotionalen Folgen für ihre Eltern gewahr und wollen nicht in die gleiche Situation geraten. Aus diesem Grund steht für viele persönliches Glück und Zufriedenheit an erster Stelle.
Viele HR-Experten vertreten die Meinung, dass das Generationsgefälle am Arbeitsplatz eine Nebenform der klassischen Herausforderung im Umgang mit Diversität in Unternehmen darstellt. Wie mobilisiert das Management die verschiedenen Mitarbeiter eines Unternehmens, wenn sich ihre Beweggründe deutlich voneinander unterscheiden? Wie vereint das Management die Interessen und Werte der Mitarbeiter mit den Zielen des Unternehmens?
Diversität betrifft nicht mehr nur Rasse, ethnische Herkunft oder Geschlecht. Diversität hat viele Facetten. Die Probleme, Werte und Ziele von Arbeitnehmern sind vielfältiger Natur und erfordern weitaus kreativere Arbeitsplatzlösungen. Alles beginnt jedoch mit der Erkennung eines Problems, das vom Unternehmen nicht solange ignoriert werden darf, bis es zu spät ist.