Best Practice Recruitment
von Kathy Endebrock
Es gibt keine „Bibel“ für das beste Recruitment-Verfahren, also ein Best Practice Recruitment. Tatsächlich verlassen sich viele Unternehmen noch immer auf traditionelle Recruitment-Verfahren, die nicht an ihr dynamisches, sich wandelndes Umfeld angepasst wurden. Es wird Zeit, die Recruitment-Verfahren aus dem Lehrbuch abzulegen und sich in den Unternehmen stattdessen zusammenzusetzen, um einen ganzheitlichen, wirkungsvollen, rechtlich unangreifbaren sowie zeit- und kosteneffizienten Recruitment-Ansatz in Betracht zu ziehen.
Ob die Herausforderung der Rekrutierung intern oder extern durch einen Dienstleister angenommen wird - erfolgreiche Unternehmen müssen ihre eigene Best Practice entwickeln. Best Practices meistern diese Herausforderung. Offen bleibt, wie man zu einer Best Practice gelangt. Es gibt fünf kritische Punkte, die bei der Gestaltung des effektivsten Recruitment-Prozesses relevant sind: Ganzheitlichkeit, Wirksamkeit, rechtliche Haltbarkeit, Zeit und Kosten.
Ganzheitlichkeit
Ganzheitlichkeit ist ein oftmals missverstandener Begriff. Er bezieht sich auf die unternehmensweite Integration von Kompetenzen. Das heißt, dass sich beim Recruiting nicht nur auf die Kompetenzen fokussiert wird, die zum Erfolg in einem bestimmten Job nötig sind, sondern auch auf die Kompetenzen, die in der Abteilung oder der Business Unit benötigt werden.
Die Kompetenzstruktur sollte die Kompetenzen des Performance Management-Programms des Unternehmens widerspiegeln und verknüpft mit dem Trainings- und Entwicklungsprogramm sein.
Wirksamkeit
Seitdem verstärkt Outsourcing betrieben wird, kann eine deutliche Zunahme der Nutzung von Personaldienstleistern beobachtet werden. Üblicherweise wird ein “Recruitment-Paket” für alle Kunden entwickelt. Dieser standardisierte Ansatz ist nicht überraschend; die Tatsache, dass Arbeitgeber daran glauben, ist es aber. Ähnlich wäre es, bei der Personalrekrutierung die gleichen Kompetenzen zu fordern. Es wäre unangemessen, wenn nicht sogar lächerlich. Manager wissen, dass zwei Unternehmen niemals vollkommen gleich sind. Recruitment Consultants finden dies oft schwer nachvollziehbar.
Obwohl Unternehmen ähnliche Bedürfnisse bei der Rekrutierung haben, müssen Kompetenzprofil und Recruitment-Verfahren auf das spezifische Unternehmen (oder die spezifische Abteilung) zugeschnitten werden.
Rechtliche Haltbarkeit
Wenn ein Kandidat im Auswahlprozess nicht erfolgreich war, müssen Recruitment Consultants ihm ein umfassendes, objektives Feedback geben, welches Themen wie Geschlecht, Familienstand, Alter, Staatsangehörigkeit, Religion oder ähnliches nicht zum Gegenstand hat. Wenn ein Kompetenzprofil entwickelt wurde und ausgebildete Berater sich bei der Auswahl dagegen entscheiden, wird der Feedbackprozess einfach und rechtlich unbedenklich. Die rechtliche Position eines Arbeitgebers ist sogar günstiger, wenn mehr als ein Berater für die Bewertung jedes Kandidaten verantwortlich ist. Da das rechtliche Umfeld des deutschen Arbeitsmarktes zukünftig mehr Anlässe für Klagen bietet, wird rechtliche Haltbarkeit eine zunehmend wichtige Rolle bei der Rekrutierung spielen.
Eine Methodik, die eine Beurteilung anhand eines Kompetenzprofils und ausgebildete Berater umfasst, bietet Unternehmen eine solide und rechtlich unbedenkliche Grundlage.
Zeit- und Kosteneffizienz
Unternehmen tendieren dazu, viele Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit einzustellen, um dem Unternehmenswachstum Rechnung zu tragen. Keine einfache Aufgabe! Ein Recruitment-Verfahren, welches in kurzer Zeit viele Bewerber prüft, um diese Herausforderung zu bestehen, und dennoch Qualitätsarbeit ermöglicht, ist wichtig. Die Kosten eines echten Assessment Centers sind aufgrund der Kompetenzprofile und der Anpassung an die Kundenbedürfnisse merklich höher als die anderer Auswahlverfahren. Dennoch übersteigen die Vorteile die zusätzlichen Kosten um ein Vielfaches.
Mit einer ganzheitlichen, wirkungsvollen, rechtlich unangreifbaren sowie zeit- und kosteneffizienten Recruitment-Strategie für Ihr Unternehmen haben Sie gerade begonnen, Ihre eigene Best Practice zu gestalten. Doch genauso wie die Branche dynamisch ist, in der Sie tätig sind, sind es auch Ihr Unternehmen selbst und besonders die Individuen. Die “Best Practice” für Ihre Rekrutierung ändert sich ständig – also seien Sie darauf vorbereitet, Schritt zu halten.
