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Altersdiskriminierung – Ein Problem am Arbeitsplatz?

Stellen Sie sich doch einmal Ihren idealen Mitarbeiter vor. Wen sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge? Wie alt ist er? Es ist durchaus möglich, dass Sie Ihre idealen Mitarbeiter auf Grund ihres Alters diskriminiert haben. Wir verstehen die gesetzlichen Bestimmungen. Wir wissen um unsere Verpflichtungen im Rahmen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Aber ohne uns dessen bewusst zu sein, geben wir unserer altersbasierten Ansicht gegenüber Mitarbeiter nach.

Als Manager sind wir gewöhnlich sehr achtsam, wenn wir aktiv Mitarbeiter rekrutieren. Wir stellen sicher, dass eine Bewerbung nicht auf Grund des darin enthaltenen Geburtsdatums keine Beachtung bekommt. Wir sind während der Befragung von Kandidaten vorsichtig, damit letztere unsere Präferenzen nicht spüren. Wir bemühen uns, niemanden direkt zu diskriminieren.

Aber es sind besonders die anderen Arbeitsbereiche, in denen wir nicht immer so umsichtig sind. Die Vertragsbedingungen eines Stellenangebots können etwa eine bestimmte Altersgruppe bevorzugen. Möglicherweise schränken wir den Zugang zu Förder- und Ausbildungsmaßnahmen auf Grundlage des Alters ein. Wir bilden vielleicht altersbedingte Stereotype in Bezug auf Pensionierung und Freisetzung von Arbeitskräften. All dies ist gesetzeswidrig. Und zweifelsohne keine gute Geschäftspraxis. Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland ein Mangel an qualifiziertem Personal besteht, müssen wir über die Stereotype des idealen Mitarbeiters hinaussehen. Junge Bewerber bedürfen möglicherweise zusätzlicher Ausbildungsschritte, sind jedoch voller Energie, Enthusiasmus und für neue Ideen empfänglich. Ältere Mitarbeiter weisen tiefgründige Erfahrung und den Willen auf, sich an neue Technologien anzupassen.

Das Alter der deutschen Bevölkerung steigt. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass wir unsere Vorurteile gegenüber älteren und jüngeren Mitarbeitern ablegen. Die Geschäftswelt muss junge Arbeitnehmer aufnehmen und ihnen Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bereit stellen. Die Arbeitswelt muss aber auch erfahrene Arbeitskräfte dazu ermuntern, über das Rentenalter hinaus am Arbeitsplatz zu verbleiben. Mitarbeiter mit guter körperlicher und geistiger Fitness sind stets wertvolle Mitglieder des Arbeitsteams. Mit einer anderen Mentalität in der Geschäftswelt können erfahrene Arbeitskräfte weiterhin einen produktiven Beitrag am Arbeitsplatz und für die Wirtschaft leisten.

Unser Ziel sollte ein altersspezifisches Gleichgewicht am Arbeitsplatz sein. Mit zunehmenden Durchschnittsalter der Bevölker büßt die arbeitsfähige Bevölkerung an Erfahrung und Wissen ein. Vorausschauende Manager sollten sich nicht nur an die gesetzlichen Regelungen halten, sondern auch die Zukunft proaktiv planen. Es gilt unterbewusste Stereotype des idealen Mitarbeiters zu verwerfen. Gute Manager wissen um die Vorteile der Einbeziehung von jugendlicher Spritzigkeit und erfahrener Weisheit und Sachkenntnis.

 

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